Inklusion und inklusive Bildung

Forum für Heil- und Religionspädagogik 2018

Annebelle Pithan

2018

10. Forum für Heil- und Religionspädagogik: 14. bis 16. Mai 2018 in Siegburg.
Miteinander am Tisch – Tische als Ort sozialer Utopien

Der Tisch – ein elementarer Gegenstand unserer Alltagskultur: Als Esstisch, Schultisch, Schreibtisch, Konferenztisch gehört er in unsere Haushalte, an öffentliche Orte und in unsere Arbeitswelt. Tische sind Brückenmöbel, sie überspannen und definieren einen eigenen Raum im Raum. Hier kommen die feinen Unterschiede und sozialen Ordnungen zum Tragen.
Tisch und Altar können als nahe Verwandte gelten. Menschen an einem Tisch zu versammeln, das ist urchristliche Praxis und kann bis heute als Leitbild eines inklusiven und gerechten Miteinanders verstanden werden. Das große Gastmahl und die Mahlpraxis Jesu besitzen eine utopische Dimension. Im Kleinen verweisen sie auf das Große, auf die gerechte Gemeinschaft der Verschiedenen und eine gerechte Weltordnung.
In diesem Forum werden Tische und Tischkulturen von unterschiedlichen Seiten her in den Blick genommen.

  • Tische als Gebrauchsgegenstände: Welche Möglichkeiten bieten sie in der pädagogischen und religiösen Praxis?
  • Tische in ihrer Symbolkraft: Welche ordnenden, zuweisenden Dimensionen lassen sich entdecken?
  • Religiöse Tischkulturen: Welche Impulse für die Alltagspraxis und die Entwicklung sozialer Utopien geben sie?

Das Forum will Anregungen für die Gestaltung von inklusiven Bildungsprozessen und für die Stärkung einer offenen und demokratischen Gesellschaft geben.
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2016

Rückblick auf das 9. Forum für Heil- und Religionspädagogik

Unter dem Thema „Mach mir Platz, dass ich wohnen kann“ – Lebens-Räume eröffnen und Barrieren abbauen fand vom 25. bis 27. April 2016 das Forum für Heil- und Religionspädagogik zum letzten Mal im Katholisch-Sozialen Institut am Standort Bad Honnef statt.

Der bekannte Kommunikationswissenschaftler und Aktivist Raúl Krauthausen begeisterte die rund 80 Zuhörenden mit seinen innovativen Ideen zu Design Thinking und Behinderung (ähnlich nachzuhören unter: http://raul.de/), Prof‘in Dr. Michaela Geiger referierte zum Thema Disability und Raum im Alten Testament und der Hamburger Designer Dipl.-Ing. Matthias Knigge zeigte auf, wie man mit Design für alle Räume öffnen kann.  Neben den Vorträgen boten 15 Workshops die Möglichkeit, sich aus verschiedenen Perspektiven mit der Thematik auseinanderzusetzen. Wir freuen uns, dass Vorträge und Workshops wieder großen Anklang bei den Teilnehmenden fanden: Interessant, spannend, sehr gut umgesetzt –  Sehr eindrückliche Anregungen und inspirierende Referent/innen – Super-Referent/innenauswahl! – Alle Vorträge sehr inspirierend und anregend. Danke! – so hieß es im Feedback.

Alle Infos zu den vergangenen Foren finden Sie hier

 

„Mach mir Platz, dass ich wohnen kann (Jes 49, 20)“ – Barrieren abbauen und Lebens-Räume eröffnen.

Unsere Körper und Sinne in ihrer Verschiedenheit sind Ausgangspunkt für die Erfahrung von Räumen, für ihre Zugänglichkeit, für Barrieren und Atmosphären.  Wir brauchen Räume, in denen wir uns wohl und willkommen fühlen. Räume, in denen wir  unser Leben entfalten können. Dazu gehören private und öffentliche Räume, Innen- und Außenräume, Arbeits-, Bewegungs-, und Spiel- und Lernräume. Räume können geteilt und miteinander gestaltet werden, sie werden aber auch erobert, zugewiesen, begrenzt, verstärkt.

Mach mir Platz, damit ich wohnen kann. Mit dieser Aufforderung formuliert der Prophet Jesaja (Jes 49,20) die Interessen derjenigen, denen Lebensräume nicht selbstverständlich zur Verfügung stehen. Gegenwärtig verschwindet öffentlicher Raum, wird privatisiert oder zum Konsumraum umfunktioniert. Mieten und Immobilienpreise steigen, Agrarraum wird zugebaut. Flüchtlinge suchen verzweifelt nach neuen Lebensräumen. Gleichzeitig entstehen im Zuge von Inklusion Konzepte zur Quartierentwicklung, zu inklusivem Design und der allgemeinen Zugänglichkeit von gesellschaftlichen Institutionen (Bildungseinrichtungen, kirchliche Orte). In diesem Zusammenhang stellen sich viele Fragen:

  • Wie können Räume zu Lebensräumen für alle werden?
  • Welche Wirkungen haben inklusiv gestaltete Räume auf Menschen?
  • Wie beeinflussen Räume pädagogische und kreative Prozesse?
  • Gibt es eine besondere biblisch-theologische Sicht auf Räume und Raumerfahrungen?

Gemeinsam wollen wir im Forum 2016 diesen und anderen Fragen nachgehen. Wir wollen verschieden Erscheinendes zusammen denken: Gesellschaft, Theologie, Architektur und Pädagogik. Wir laden ein, sich inspirieren zu lassen, weiterzudenken und miteinander den Raum als Lebens-Raum in vielfältiger Perspektive wahrzunehmen.

Rückschau auf frühere Foren (2010-2014)

 


Alle Tagungsbände mit ausführlichen Inhaltsverzeichnissen, Links zu den bisher erschienen Open Access Documents und unserem Bookshop finden Sie hier.

Kontakt: Dr. Annebelle Pithan, pithan@comenius.de

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