Gemeindepädagogik

Bundesweite Fachtagung "Konfirmandenarbeit für das 21. Jahrhundert"

"Gott und alles andere interessiert mich immer mehr..."

"Ich machte hier am Anfang eigentlich nur mit wegen dem Geld. Aber Gott und alles andere interessiert mich immer mehr." So fasst einer von rund 11.000 in einer bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit befragten Jugendlichen seine Erfahrungen mit der Konfirmandenzeit zusammen. Die Studie zeigt, dass einerseits die zu erwartenden Geschenke, andererseits der Segen eine zentrale Rolle für Jugendliche spielen, sich zur Konfirmation anzumelden. Sie lernen Kirche und Glaube in dieser Zeit besser kennen, fühlen sich in ihrer Kirchenzugehörigkeit gestärkt und in ihrem Glauben bekräftigt. Eine Vernetzung von Konfirmanden- und Jugendarbeit hat positive Effekte im Blick auf die Konfirmandenzeit und darüber hinaus. Mehr Jugendliche zeigen Interesse, sich auch nach der Konfirmandenzeit zu engagieren. Zugleich markiert die Studie deutliche Herausforderungen. Jugendliche erleben Gottesdienste in der Konfirmandenzeit oft als langweilig. Sie fragen nach dem Alltagsbezug dessen, was sie in der Konfirmandenzeit lernen, und suchen nach Menschen, die ihnen den eigenen Glauben authentisch aufzeigen können. Zudem verändern sich die zeitlichen Spielräume, weil Konfirmandinnen und Konfirmanden zunehmend auch am Nachmittag in der Schule sind.

Um die Konsequenzen zu diskutieren und Handlungsperspektiven für die zukünftige Praxis der Konfirmandenarbeit zu entwickeln, fand unter dem Motto "Konfirmandenarbeit für das 21. Jahrhundert" vom 4. bis 6. November in Loccum eine große Fachtagung statt. 120 Verantwortliche und Multiplikatoren aus Kirchenleitung und Gemeinden, Universitäten und Instituten nahmen daran teil und thematisierten unter anderem die Verbindung von Konfirmanden- und Jugendarbeit, die Gestaltung der Gottesdienste, die Beteiligung und Qualifizierung von Ehrenamtlichen und die Bedeutung der Familie. Dabei integrierte die Tagung in bisher einmaliger Weise Forschung und Praxis. Veranstaltet wurde sie von den religionspädagogischen Instituten der Landeskirchen in Kooperation mit dem Kirchenamt der EKD, dem Religionspädagogischen Institut der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers, dem Comenius-Institut der EKD und dem Lehrstuhl für Religionspädagogik der Universität Tübingen.

Die Fachtagung war ein weiterer Schritt in der Auswertung und Diskussion der bundesweiten Studie zur Konfirmandenarbeit, deren zentrale Ergebnisse im März 2009 der Öffentlichkeit vorgestellt wurden und die jetzt unter dem Titel "Konfirmandenarbeit in Deutschland. Empirische Einblicke - Herausforderungen - Perspektiven" im Gütersloher Verlagshaus erschienen ist. Im Zusammenhang des kirchlichen Reformprozesses wurde die Studie auch auf der Zukunftswerkstatt der EKD in Kassel thematisiert.

Für Thomas Böhme-Lischewski, Sprecher der landeskirchlichen Dozentinnen und Dozenten für Konfirmandenarbeit, ergeben sich aus der Tagung wichtige Impulse: "Konfirmandenarbeit ist Bildungsarbeit mit Jugendlichen und gehört zu den zentralen Aufgaben der Kirchengemeinden. Sie muss stärker auf Beteiligung setzen, vor allem der Konfirmanden, aber auch von Ehrenamtlichen und Eltern. Nur wenn die Konfirmanden in die Themenstellungen der Konfirmandenzeit und die Gestaltung der Gottesdienste aktiv einbezogen sind, erfahren sie, wie Glaube für ihr Leben relevant werden kann. Konficamps sind ein gutes Beispiel dafür, Inhalte und Beziehungen zu vermitteln. Insgesamt braucht die Konfirmandenarbeit mehr Mut zur Kooperation und tragfähige regionale Konzepte, die über die einzelne Kirchengemeinde hinausreichen. Unterschätzt wird ferner die öffentliche Bedeutung der Konfirmandenarbeit."

Hannover, 6. November 2009

Pressestelle der EKD

Reinhard Mawick

Unter http://www.konfirmandenarbeit.eu/ finden sich weitere Informationen zur Studie und zur Fachtagung.

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