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Initiative tempo! Die Fülle in die Breite bringen

Claudia Janssen

Im Juni 2008 hat im Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD (FSBZ) das 4. Symposium der Initiative tempo! stattgefunden. Etwa 30 Vertreter/-innen kirchlicher Bildungseinrichtungen, der evangelischen Frauenarbeit, von Gleichstellungsreferaten und theologischen Fakultäten kamen mit Studentinnen und drei Professorinnen aus den USA in Hofgeismar zusammen.

Die „Bibel in gerechter Sprache“, das Fernstudium Feministische Theologie und interreligiöse feministische Projekte haben in den letzten Jahren für viel Aufmerksamkeit gesorgt. Feministische Theologie ist erstarkt als öffentlich relevante Bewegung. Unter dem Motto „Theologie braucht eine geschlechtergerechte Perspektive“ finden seit 2002 am FSBZ alle zwei Jahre Symposien der Initiative tempo! zur Institutionalisierung Feministischer Theologie statt. Obwohl inzwischen über 50% aller Studierenden in den Geistes- und Kulturwissenschaften Frauen sind, sind nach wie vor nur ca. 7-12% aller C4/W3-Professuren mit Frauen besetzt. Dies trifft auch für die Theologie zu. Ein Ziel von tempo! ist es, dass Feministische Theologie und theologische Frauenund Geschlechterforschung in der theologischen Ausbildung an Universitäten und kirchlichen Bildungseinrichtungen einen zentralen Platz erhalten. Feministische Theologie muss mit finanziellen und personellen Ressourcen ausgestattet werden, die eine verantwortungsvolle, kontinuierliche Bildung und Lehre sowie eine international wettbewerbsfähige Forschung ermöglichen. Deutlich herausgestellt wurde der Bedarf feministischer Studien- und Bildungsarbeit in der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Die Initiative tempo! betont, dass das FSBZ ein wichtiger Ort der theologischen Bildung von Frauen ist. Von hier aus gehen innovative Impulse für die gesamte Kirche und die evangelische Bildungslandschaft aus.

Das 4. Symposium tempo! beschäftigte sich in Vorträgen von Prof. Dr. Luise Schottroff und PD Dr. Elisabeth Hartlieb mit der Bedeutung der Bibel in gerechter Sprache. Unter der Überschrift „Inter“ wurde in Workshops ein konzeptionelles Merkmal Feministischer Theologie aufgenommen: interreligiös (Rabeya Müller, Dr. Gisela Matthiae), interkulturell (Bärbel Fünfsinn, Dr. Dirk Oesselmann), intergenerativ (Katharina Friebe, Dr. Britta Jüngst, Prof. Dr. Luise Schottroff, Lena Bassfeld) und international (Prof. Dr. Andrea Bieler). Eine Reihe von verabschiedeten Maßnahmen haben die weitere Institutionalisierung Feministischer Theologie zum Ziel.

Dr. Claudia Janssen

CI Informationen 2008/2

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